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Schielen

Mit "Schielen" oder "Strabismus" bezeichnet man eine Gleichgewichtsstörung des Augenmuskels, die sich in einer Fehlstellung beider Augen zueinander äußert. Ausmaß und Form dieser Fehlstellung können sehr unterschiedlich sein, sind mit verschiedenen Methoden relativ genau messbar und ergeben als Resultat einen oder mehrere so genannte "Schielwinkel." Es gibt Formen von Schielen, die nicht krankhaft sind, sondern lediglich als physiologische Abweichung von einer Idealform zu betrachten sind. Diese Phänomene müssen nicht unbedingt behandelt werden, sie sind für den Patienten eher ästhetisch problematisch.

Viele Schielformen sind jedoch als ernsthafte Erkrankung mit schweren funktionellen Sehbehinderungen zu bezeichnen und gehen als solche weit über ein rein kosmetisches Problem hinaus. In Deutschland sind etwa 5 % der Bevölkerung von einem krankhaften Schielen betroffen. Die Anlage zum Schielen ist vererbbar.

Prinzipiell ist auch eine Augenmuskeloperation möglich, um die Fehlstellung der Augen zu korrigieren. Die Augenstellung kann sich allerdings nach der Operation wieder ändern, so dass Folgeoperationen notwendig sind. Beim so genannten "Lähmungsschielen" kommt eine Augenmuskeloperation frühestens ein halbes Jahr nach Diagnosestellung in Frage, sofern der Befund konstant geblieben ist.

 

Amblyopie

Als "Amblyopie" oder "Schwachsichtigkeit" bezeichnet man den Zustand einer dauerhaften Herabsetzung der Sehschärfe eines Auges, ohne dass entsprechende Schäden am Auge sichtbar sind. Die Amblyopie ist die häufigste Folge des Schielens im Kindesalter. Sie entsteht, wenn die Informationen des Gesehenen aus dem schielenden Auge vom Gehirn unterdrückt werden, damit keine Doppelbilder entstehen. Das Kind sieht dann nur mit dem gesunden Auge. Durch das Ignorieren der eintreffenden Reize aus dem schielenden Auge gehen im visuellen Kortex aber sehr rasch Zellen verloren. Sogar nach einer Korrektur ist es bei entsprechend weit fortgeschrittenen Zellschäden möglich, dass das betreffende Auge kein ausreichendes Sehen aufbaut.

Amblyopie kann nur in der Kindheit erfolgreich behandelt werden, daher sind Früherkennungsuntersuchungen sehr wichtig. Diese nehmen wir in unserer Sehschule mit Unterstützung unserer speziell ausgebildeten Orthoptistin vor.

 

 

Augenärztliche Gemeinschaftspraxis Dr. med. Nicola Anterist Dr. med. Michaela Mees Dr. med. Anna Christina
Schwarz-Meiser F.E.B.O.
Milena Kühn
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